Ich habe auf YouTube häufiger einmal die Frage bekommen, ob ich nicht über meine Reise nach Indien berichten möchte. Nach diesem ersten, relativ ausführlichen Artikel über den Hinflug und meine Ankunft dort, werde ich in den nächsten Tagen versuchen, die besten und interessantesten Erlebnisse kurz für euch zusammen zu fassen. Viel Spaß!

Tag der Abreise, 9:00 Uhr
Ankunft am Flughafen in München. Stehe über eine Stunde am Check-In an. („Nein, Lisa, du kannst dir jetzt nichts zu essen kaufen. Wir könnten jede Minute dran kommen!“)
Passkontrolle und ab ins Flugzeug nach Doha.
12:10 Uhr
Bringe meine Nachbarin im Flugzeug durch unqualifizierte Fragen in eine Grenzsituation zwischen Lachen und Weinen. Klaue in einem unbeobachteten Moment ihr Snack-Tütchen mit arabischer Aufschrift in der Hoffnung, dass der Inhalt genießbar ist.
14:00 Uhr, irgendwo zwischen Athen und Istanbul
Zeit fürs Mittagessen. Putenfleisch mit Kokos und Zitronengras – vielen Dank, Qatar Airways – und etwas, dass ich mit Mühe und Not als Nudeln identifizieren kann. Sollte das nicht schmecken, wird eine Dose mit kalten Kichererbsen und roter Soße dazu gereicht. Fange todesmutig an zu essen.

16:00 Uhr, irgendwo über Russland (Karte ist leider auch arabisch. Das Einzige was man da entziffern kann ist der Pfeil nach Mekka)
Überfreundlich lächelnder Stewardess, auf dessen Schild der Name „Gay Homo“ (?!) prangt, bringt einen Joghurtbecher, der mit Orangensaft gefüllt ist. Überlege, den am Fenster sitzenden, schlafenden Rentner so lange anzupieksen, bis er mich nach draußen schauen lässt. Verwerfe den Plan mangels Motivation.
17 Uhr, Saudi-Arabien
Realisiere den Plan nun doch, da ich mir den Sonnenuntergang über den Wolken nicht entgehen lassen will. Muss dafür die Hälfte meiner unter dem Sitz gebunkerten Zeitschriften an ihn abgeben.
Doha, 19:00 Uhr Ortszeit
Die Stadt glitzert von oben, wird aber beim Aussteigen ein wenig unangenehm. Könnte eventuell an den über 30 Grad Außentemperatur und der erschlagenden Luftfeuchtigkeit liegen. Ist ein wenig ungewohnt nach 6 Grad und Regen in Deutschland.
19:10 Uhr
Werde absolut unauffällig von mehreren weiß gekleideten Scheichs fotografiert und gefilmt, die scheinbar noch nie in ihrem Leben ein Mädchen mit weißer Haut gesehen haben.
Sicherheitspersonal droht mir mit der Faust, als ich versuche, zurück zu fotografieren.

20:45 Uhr
Nichts Böses ahnend werde ich zur boarding time in Richtung Flugzeug geschickt, dort allerdings sofort wieder heraus geschmissen. Die Reisebüro-Dame in München habe die Tickets auf den nächsten Tag gebucht und ich könne jetzt unmöglich mit fliegen. Finde mich mit dem Gedanken ab, zwischen den Scheichs am Flughafen schlafen zu müssen, schaffe es jedoch durch das Engagement anderer Passagiere, einen der leer gebliebenen Sitze im Flugzeug zu ergattern. Auf nach Chennai!
21:30 Uhr, Abu Dhabi
Die Inderin, die rechts von mir sitzt, beginnt angesichts eines Bollywood-Films alle fünf Minuten hysterisch zu lachen. Starte trotzdem den mutigen Versuch zu schlafen.
Chennai, 3.40 Uhr Ortszeit
Bereue es, meine Kamera wegen des vielen Gepäcks, das ich mit mir herum schleppe, nicht aus der Tasche holen zu können um den verzweifelt mit seinem Kofferwagen herum schlitternden Mann vor mir zu filmen.
3:45 Uhr
Hätte mit in Deutschland das Wechseln von Euro in Dollar sparen können. Und zudem einiges an Geld. Verstaue die Rupien-Scheine und schaue aus dem Fenster. Draußen scheint – dank Monsun – der Weltuntergang nahe zu sein. Na bravo.
4:00 Uhr
Werde von Vridhi begrüßt, die in einem T-Shirt auf mich wartet, das mit einem gemeinsamen Foto von uns beiden bedruckt ist. Nach einem hektischen Winken rennt sie mich samt Gepäck über den Haufen. Überlebe und werde vom Chauffeur ins Auto bugsiert.
Falle, in meinem Zimmer angekommen, übermüdet ins Bett und weigere mich für die nächsten 12 Stunden aufzustehen.